Sonntag, 29. November 2020

Saturnlampen

 Der Planet Saturn besitzt um den Äquator herum ein Ringsystem, das einer Scheibe ähnelt.

Vor einem Jahr sah ich in Bornheim zwischen Bonn und Köln Straßenlaternen, die dem Saturn ähneln. Anstatt eines Schirmes tragen sie eine flache Scheibe, aus der die Lampe herausragt. Das ungefähr so gleich viel Licht nach unten und oben abgegeben wird, ist am Busch erkennbar. Es ist keine Abschattung durch die Scheibe zu sehen. Zur Verringerung der Lichtverschmutzung ist sie nicht geeignet.

Völlig nutzlos ist die Scheibe nicht. Sie vergrößert die leuchtende Fläche wird, wodurch die Blenung geringer ausfällt. Außerdem Abschattung durch verringert, die von der Lampenhalterung hervorgerufen wird.



Ich hielt dieses Leuchtendesign für eine lokale Sonderform, bis ich auf Besuch bei Freunden in der Leipziger Brandvorwerkstraße ähnliche Konstruktionen bemerkte.


Diese Saturnlampen haben zwar eine angenehmere Farbtemperatur, als die in Bornheim, aber eine ähnlich unwirksame Abschirmung.


Sonntag, 25. Oktober 2020

Nächtliche Impressionen aus der Leipziger Innenstadt

Am Abend des 24.10.2020 besuchten wir in Leipzig das Krystallpalast-Varieté. Weil die Show 20:00 anfing, war es schon dunkel und auf dem kurzen Weg von der Straßenbahnhaltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz zum Krystallpalast gab es einiges an Lichtverschmutzung zu "bewundern".

Diese Bäume werden von Scheinwerfern der Fassadenbeleuchtung bestrahlt. Dadurch tragen sie länger Laub, was im Winter zu Schäden führen kann.

Zusätzlich werden manche Bäume von unten durch Bodenstrahler angeleuchtet. Bodenstrahler gibt es im öffentlichen Raum Leipzig sehr viele. Manche strahlen Bäume an, andere streifen Bauwerke, viele leuchten einfach nur in den Himmel.  


Auf dem Rückweg gingen wir einen Weg durch den kleinen Park zur Haltstelle. Der Weg wird von einer blendenden Laterne außerhalb des Parks beleuchtet, deren Licht lange Schatten wirft.


Vom Park aus ist das Cityhochhaus, der ehemalige Uni-Riese, zu sehen. Das Streulicht der Fassadenbeleuchtung ist gut erkennbar. Auf dem Handyfoto sind neben Kapella auch noch schwächere Sterne des Fuhrmann sichtbar. Mit bloßem Auge ging das nicht so gut.


Die Hauptstraßen Leipzigs werden gemäß Lichtmasterplan mit der Farbtemperatur 4000 Kelvin (Neutralweiß) beleuchtet. Das hat zwar den Vorteil, dass die Farben der Autos gut wahrgenommen werden können, blendet aber stark und wird im Dunst gestreut, ist also nebelanfällig.

Links im Hintergund ist die Stadtbibliothek zu sehen. Sie wird mit Weilicht angestrahlt, wobei ein Teil des Lichts in den Himmel geht. Vorbildlich dagegen ist die neue Probsteikirche, die im Hintergrund etwas rechts von der Mitte zu sehen ist. Dort wird auf Fassadenbeleuchtung verzichtet.


Am Goerdelerring mussten wir umsteigen. Auch hier stehen die hohen Weißlichtmasten.

Eine nicht sehr treffgenaue Fassadenbeleuchtung gibt es hier auch.


 

Freitag, 2. Oktober 2020

Skybeamer zur Leipziger Kleinmesse II. Es geht noch heller.

Am vergangenen Wochenende hatte ich wegen schlechten Wetters nicht auf den Skybeamer der Kleinmesse geachtet. Heute versuchte ich wieder astronomische Beobachtungen. Wegen fast Vollmond und Cirren war das schon schwierig. Richtig nervend war ein Skybeamer, der wesetlich heller war, als der voer 14 Tagen. Er hatte sogar Farbwechsel, die mit bloßem Auge deutlich sichtbar waren.

Drei Videoschnipsel, aufgenommen mit einer Sony RX100 III aus ca 1km Entfernung

Montag, 21. September 2020

Hiddensee - eine dunkle Insel

Die Tage vom 6.9. bis 13.9.2020 verbrachten wir in Neuendorf auf der Ostseeinsel Hiddensee. Neuendorf ist der kleinste der drei Orte und ist außerhalb der Saison sehr ruhig. Die größeren Orte im Norden - Vitte und Kloster - erzeugen keine warnehmbare Lichtverschmutzung. Selbst der Leuchtturm von Kloster ist nur unmittelbar am Horizont zu bemerken. Im Westen gibt es nur Wasser. Im Osten liegt die größere Insel Rügen, die nur wenig Licht in den Himmel streut. Etwas stärker wirkt im Süden das Festland mit der Stadt Stralsund.

Die Ostseeinseln haben viele klare Nächte. So sind sie gute Orte, ungetrübt den Sternenhimmel zu genießen.


Am Ankunftstag war ein prächtiger Sonnenuntergang zu sehen. Kurz zuvor sah es aus, als hätte es eine gigantische Sonneneruption gegeben.

Das einzige, was etwas nervt, sind die Starßenlaternen. Die Farbtemperatur ist höher, als es auf dem Bild erscheint und es gibt keine seitliche Abschirmung.

So sehen die Laternen bei Tage aus.

Im Hafen stehen einige Laternen, bei denen das Lampenglas klar ist. Bei ihnen lässt sich erkennen, dass zwei Energiesparlampen als Leuchtmittel eingebaut sind.


Damit sind die Laternen nicht sehr hell. Sie sind eher Wegemarkierungen und man kann unmittelbar am Haus beobachten, wenn man etwas findet, was die Laterne abschattet. Wenige Meter von dieser Laterne entfernt zeigte ein SQM-L schon 21,3 mag/Quadratbogensekunde an.

Ab Dienstag ließ das Wetter erste Beobachtungen zu. Am Mittwoch störte anfangs auch der Mond nicht mehr. Gegen Ende der Beoabchtung ging der abnehmende Mond auf. Vor dem aufgehellten Himmel erschienen die Wolken pechschwarz. Ein Anblick, der in der Stadt nicht möglich ist, weil die Beleuchtung die Wolken von unten anstrahlt.

Blick in die entgegengesetzte Richtung: Die Vorderseiten der Wolken werden vom tief stehenden Mond aufgehellt. Unten sind die Wolken schwarz.

Am Donnerstag machte ich diese Aufnahme. Sie besteht aus mehreren gestackten Bildern zu 30 Sekunden Belichtungszeit bei ISO 800. Die Kamera lag dabei mit dem Objektiv nach oben auf einem Tisch. Leider machte während der Aufnahme jemand im haus das Licht an. Deshalb ist weiß das Reet-gedeckte Dach zu sehen. Der kreisförmige Fleck links unten ist ein Lichtreflex.

Dieses Bild ist wie alle anderen größer zu sehen, wenn man es anklickt.

Auf einer Einzelaufnahme vor dem Einschalten ist der Fleck nicht zu sehen.

Am Freitag kam Rauch von Waldbränden in Kalifornien über Mitteleuropa an und trübte den Himmel. Deshalb wurde der Lichtschein von Stralsund deutlicher sichtbar.

Belichtungszeit: eine Minute bei ISO 800

Mehrere dieser Bilder gestackt

Weiter oben war der Himmel noch ordentlich dunkel, nur etwas gedimmt.

Adler, Delphin und der untere Teil des Schwans

Schwan und Leier
Etwas oberhalb der Bildmitte ist der Nordamerikanebel bei Deneb, dem Hauptstern des Schwas zu sehen.
 

Sonntag, 20. September 2020

Skybeamer zur Leipziger Kleinmesse

Die Leipziger Kleinmesse ist ein traditionelles Fest mit Fahrgeschäften. Früher gab es sonnabends ein kurzes nächtliches Feuerwerk, das durch Skybeamer ersetzt wurde, die freitags und sonnabends stundenlang betrieben werden.


Am 18.9. störte der Beamer astronomische Beobachtungen stark. Die Helligkeit war nicht konstant, sondern es wurden sehr helle Pulse in den Nachthimmel gefeuert. Der Lichtstreifen war zeitweise von der abgewandten Gebäudeseite bis in Horizontnähe zu verfolgen.

Videoaufnahme vom 19.9.:

Während der Lichtwerfer am Freitag noch begrenzt Ziele im Sternbild Schwan und darunter im Bereich zwischen Bootes und Herkules beschoss, wurde am Sonnabend der gesamte Himmel bekämpft.

Freitag, 4. September 2020

4000K-Lichter in Leipzig Connewitz





Der neue Leipziger Lichtmasterplan sieht für die Straßenbeleuchtung auf Hauptstraßen die Farbtemperatur 4000K vor.

An der Eisenbahnlinie zwischen Hauptbahnhof und Connewitz wird zur Zeit nachts SEV mit Bussen gefahren. Dabei lässt sich gut beobachten, wie das Weißlicht allmählich die rötlichen Natriumdampflampen verdrängt. Auf einem Abschnitt der Bornaischen Straße nahe dem Connewitzer Kreuz ist das bereits passiert.

Das Video hat eine schlechte Qualität, weil der Bus innen hell erleuchtet war und die Scheiben das Licht spiegelten.

Montag, 17. August 2020

Ein positives Beispiel

Lichtverschmutzung im Haushalt spielt auch eine Rolle. Neben flimmernden Beleuchtungen mit Blauanteilen sorgen Anzeigen an Geräten für Probleme. In vielen Räumen stehen Geräte, an denen lästige blaue LEDs überklebt sind. Oft flimmern Displays und gehen dadurch auf die Nerven. Nicht selten ist heute die Ansicht, dass man LEDs nicht mehr ohne Flimmern betreiben kann.

Der August brachte die erste Hitzewelle des Sommers. Deshalb suchten wir nach kühlendem Gerät. Wir zogen einen Miefquirl einer Klimaanlage vor, weil kein Schlauch aus einer abgedichteten Öffnung heraushängen muss. Bei einem Miefquirl mit Querstromlüfter fiel ein schönes Display mit Temperaturanzeige auf. Rotes Licht stört die Anpassung an die Dunkelheit nicht. Außerdem wirkte das Licht sehr ruhig. Mit Zeitlupe-Videos ließ sich kein Flimmern entlocken.

Wegen der getönten Scheibe lässt sich nicht genau erkennen, was da genau verbaut ist. Möglicherweise befindet sich ein träges LCD vor einer LED-Hintergrundbeleuchtung. Die Trägheit des LCD würde das Multiplexflimmern an der Siebensegmentanzeige schlucken. Das ruhige rote Licht der Hintergrundbeleuchtung wäre dann einem wohldimensionierten Kondensator zu verdanken.