Montag, 10. Mai 2021

4000K-Festbeleuchtung für Autos im Auwald

Zur Zeit ist es wegen der Corona-Maßnahmen nach 22 Uhr nur noch erlaubt, draußen einzeln Sport zu treiben. Dabei wollte ich prüfen, wie die Lichtverhältnisse im Leipziger Auwald bei Altlindenau sind.

Auf dem Weg neben der Friesenstraße zur Hans-Driesch-Straße waren die Lichtverhältnisse angenehm. Amber-Licht drang von der Straßenbeleuchtung durch das Laub und sorgte für gedämpftes, blendungsfreies Licht.

An der Kreuzung mit der Hans-Driesch-Straße wurde es schlagartig anders. Kaltweiße Laternen leuchteten blendend hell.

Eine Festbeleuchtung für Autos. Die brauchten diese eigentlich nicht, haben sie doch eigene Scheinwerfer. Die Randstreifen sind Radwege. Der Fußweg verläuft innerhalb des Waldes auf der linken Seite. Eine Messung unter einer Laterne mit einem kalibrierten und auf Weißlicht abgeglichenem Peaktech 5086 ergab 17,6 Lux.

Das unbefestigte letzte Stück der Friesenstraße bis zu Gartenanlage Waldluft war dann völlig unbeleuchtet. Reste der Dämmerung und Skyglow sorgten noch für genügend Licht, um nicht vom Weg abzukommen.

Mein ursprüngliches Ziel war die Burgaue, um dort mit einem SQM-L die Himmelshelligkeit zu messen. Davon nahm ich Abstand, weil Cirren sich verdichteten. Auf dem Rückweg machte ich noch zwei Bilder von der Friesenstraße. Die Amber-Beleuchtung (ob Na-Dampf oder Amber-LED konnte ich nicht feststellen, weil ich kein Spektroskop dabei hatte) ist nicht so krass, wie das Weißlicht der Hans-Driesch-Straße. Sie hat aber auch den Makel, dass sie hauptsächlich eine Straße beleuchtet, die von Fahrzeugen mit eigenem Licht befahren wird.

Immerhin fällt für den Fußweg noch eine gut ausreichende Lichtmenge ab.


Messwerte unter einer Weißlichtlaterne an der Hans-Driesch-Straße, gemessen mit einem Oggle Light Master III: Die 17 Lux stimmen mit dem Peak Tech überein. Wegen der enormen Helligkeit ließ sich das Oggle einsetzen, das erst ab 10 Lux funktioniert. Die Farbtemperatur von knapp 4000K liegt über dem, was heute empfohlen wird: unter 3000K. Die LEDs flimmern mit 1,5 KHz.

Samstag, 13. März 2021

Viel Licht um eine Schule in Gera

Am 6. März waren wir im Norden von Gera, um Lichtverschmutzung zu dokumentieren. Aufgefallen war die Beleuchtung der Grundschule "Am Bieblacher Hang".

Eine Besichtigung bei Tageslicht lohnt sich immer, da dann konstruktive Deteils an den Lampen besser zu sehen sind. An der Ostfassade fielen schräg nach vorn gerichtete LED-Scheinwerfer auf. Da die Fassade noch nicht fertig ist, war der Scheinwerfer zunächst als Provisorium zu vermuten.

Weil die LEDs direkt zu sehen sind, ist eine hohe Blendwirkung zu erwarten. Unten ist der Bewegungsmelder zu sehen. Problematisch ist, dass der Bewegungsmelder am Lampengehäuse angebracht ist. Dadurch kann ist ein Ausrichten nach unten nur begrenzt möglich.

Die Hoffnung auf ein Provisorium erfüllte sich nicht. An fertig verputzten Stellen waren auch solche Scheinwerfer zu sehen.

Der Einstellwinkel aller Scheinwerfer sind ziemlich steil.

Scheinwerfer am Nordeingang

Nachts fielen zwei zuvor nicht beachtete Laternen auf. Sie sind sehr hell und die bläuliche Färbung weist auf eine hohe Farbtemperatur hin.

Das Messgerät zeigte am Boden 40,7 Lux. Ein ungewöhnlich hoher Wert.

Ein Blick in die Lampe führt zu einer anhaltenden Blendung. Die einzelnen LEDs sind zu sehen.

Eine Messung mit der App LightSpecEvo zeigt eine Farbtemperatur von ca. 4000K an. Das Handy ist nicht kalibriert. Deshalb ist der Wert nur als Schätzung zu betrachten. Das gilt auch für das Spektrum mit dem ungesunden blauen Peak. Der gegenüber der Bodenmessung deutlich höhere Wert von 85 Lux ergibt sich daraus, dass das Handy in einer Höhe von ca. zwei Metern deutlich näher an der Lampe war.
Einer der Scheinwerfer an der Ostfassade: Im blendenden Licht werfen Menschen lange Schatten. Auf der Stufe vor der Tür war es 48 Lux hell, drei Meter davor noch 17 Lux.

Der rechte Scheinwerfer an der Ostfassade brachte max. 15 Lux auf den Fußweg. Hier ist der Bewegungsmelder sehr empfindlich eingestellt. Eine bloße Fußbewegung genügte zum auslösen.

Die Beleuchtung der Fluchtwege

In etwas mehr als 100 Meter Entfernung beleuchten Amber-LEDs den Boden mit 2 Lux. Das ist völlig ausreichend und oben wird der Blick in den Sternenhimmel für Stadtverhältnisse wenig gestört. Eine SQM-Messung ergab 19,8 mag/Quadratbogensekunde.

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Ergänzung

Am 20.4.21 wurden weitere Messungen unternommen, um die Farbtemperatur und Flicker (Flimmern) mit einem Opple Light Master III zu messen. Das ist ein sehr kompaktes Gerät, das als Display das Smartphone benutzt. 

Die Werte:

Lichtmasten Südeingang:

Farbtemperatur: 4110 K
Flicker-Index 0,06; Modulationstiefe 32%; Frequenz 17 kHz

Scheinwerfer mit Bewegungsmelder Ostseite:

Farbtemperatur:5087 K
Flicker-Index 0,60; Modulationstiefe 99,5%; Frequenz 100 Hz

Quecksilberdampflampe Garagen:

Farbtemperatur: 4637 K
Flicker-Index 0,48; Modulationstiefe 99,5%; Frequenz 100 Hz

Eine Modulationstiefe von 100% bei 100 Hz bedeutet, dass das Licht bei den Nulldurchläufen der Netzwechselspannung vollständig ausgeht. Die Stromversorgung besteht aus einer Zweiwegegleichrichtung ohne Glättung durch einen Kondensator. Der Flicker-Index berücksichtigt die Kurvenform.

s. https://www.bet.de/lexikon/modulationstiefe

Freitag, 29. Januar 2021

Blau und Gelb im Dunst

Was aussieht, wie klarer Himmel in der Dämmerung ist Lichtverschmutzung bei starker Bewölkung.
Bei dunstigem Wetter ist die Lichtverschmutzung besonders auffällig, weil das Licht an den Wassertröpfchen gestreut wird. Das Bild habe ich in Leipzig an der Kreuzung Rietschelstraße/Erich-Köhn-Str. mit Blick in Richtung Red Bull Arena aufgenommen. Über den Stadion liegt eine gelbe Lichtglocke von der Rasenbeleuchtung. Drum herum leuchtet die allgemeine Dunstglocke, die immer blauer und heller wird, je mehr Natriumdampflampen durch weiße LEDs ersetzt werden.

Mittwoch, 9. Dezember 2020

Funde in Facebook / Weißlichtsünden in Altenburg

In Altenburg gibt es eine aktive Fotocommunity, die Bilder in sozialen Medien veröffentlicht. Gelegentlich geraten Fälle von Lichtverschmutzung vor die Linsen. Die ersten beiden Bilder dieses Posts fand ich in Facebook. Die Fotografen erlaubten dankenswerter Weise die Verwendung im Blog.

Der Skatbrunnen gehört zu den Wahrzeichen der Stadt. Leider gehört er zu den wenigen Bodenstrahlerstandorten der Stadt. Das meiste Licht der zu sehenden zwei Bodenstrahler trifft Bäume, die dadurch später ihr Laub verlieren und so anfällig gegen einen zeitigen Wintereinbruch werden. 

Diese Bodenstrahler sind auch eine Gefahrenquelle. Wird man auf der Treppe geblendet, besteht Sturzgefahr. Eine Userin weist in der Facebook-Diskussion auf dieses Problem hin.

Das Foto postete Ronny Lange am 6. Dezember 2020 in Facebook. 

Einige Meter die Burgstraße aufwärts wird die Fassade der Bartholomaikirche mit Bodenstrahlern angestrahlt.

Zur Beleuchtung der Fassaden historischer Gebäude wird in Altenburg überwiegend orangefarbige Beleuchtung verwendet. Das hat den Vorteil, dass dieses Licht wenig gestreut wird. Was die Fassade nicht trifft, hellt den Himmel relativ wenig auf und die Schäden für die Tierwelt sind ebenfalls vergleichsweise gering.

Der Nikolaiturm liegt in einer Gegend, in die ich selten komme. Heiko Sell postete am ebenfalls am 6. Dezember 2020 in Facebook ein Bild, dass die Lichtverschmutzung eindrucksvoll zeigt. Hier wird weißes Licht verwendet. Deutlich sind die bläulichen Lichtkeulen der Scheinwerfer zu sehen. Die blauen Anteile im Spektrum des weißen Lichts werden wegen der kurzen Wellenlängen (Rayleigh-Streuung) besonders stark gestreut.
 

Am 22. Januar hatte ich hier über die seltsame Straßenbeleuchtung in der Umgebung des Spatzennest in Südost berichet. Im Zuge einer Umbaumaßnahme wurde die Straßenlaternen abgeschaltet und die Beleuchtung übernehmen seit dem weiße Lampen an der Fassade, die das meiste Licht auf einen gegenüberliegenden Wohnblock abfeuern.

Hier nun zwei Bilder vom 8. Dezember, augenommen hinter der Rückseite des Spatzennest. Die angestrahlte Fassade des Wohnblocks ist sehr hell. Darüber ist es auf dem Handyfoto relativ dunkel. Die Sterne der Leier und eines Teils des Schwans sind zu sehen. In diesem Randgebiet ist der Himmel einigermaßen dunkel und man kann die Milchstraße aus dem Fenster sehen. Das Spatzennest ist ein lokaler Hotspot und so besonders auffällig.


 

Die abgeschalteten Laternen sind noch vorhanden. Auch die Natriumdampflampen stecken noch in den Fassungen. Vielleicht brauchte man sie nur wieder ans Netz anzuschließen und sie würden wieder leuchten. Die alten Laternen aus DDR-Zeiten sind zwar nicht sonderlich gut abgeschirmt, aber immerhin geben sie kein Licht nach oben ab und das Natriumdampfgelb ist unweltfreundlicher, als das Weiß, das an der Hauswand zu sehen ist.

Die alte Laterne wird übrigens durch eine Weihnachtsbeleuchtung auf einem Balkon in Szene gesetzt.

Sonntag, 29. November 2020

Saturnlampen

 Der Planet Saturn besitzt um den Äquator herum ein Ringsystem, das einer Scheibe ähnelt.

Vor einem Jahr sah ich in Bornheim zwischen Bonn und Köln Straßenlaternen, die dem Saturn ähneln. Anstatt eines Schirmes tragen sie eine flache Scheibe, aus der die Lampe herausragt. Das ungefähr so gleich viel Licht nach unten und oben abgegeben wird, ist am Busch erkennbar. Es ist keine Abschattung durch die Scheibe zu sehen. Zur Verringerung der Lichtverschmutzung ist sie nicht geeignet.

Völlig nutzlos ist die Scheibe nicht. Sie vergrößert die leuchtende Fläche wird, wodurch die Blenung geringer ausfällt. Außerdem Abschattung durch verringert, die von der Lampenhalterung hervorgerufen wird.



Ich hielt dieses Leuchtendesign für eine lokale Sonderform, bis ich auf Besuch bei Freunden in der Leipziger Brandvorwerkstraße ähnliche Konstruktionen bemerkte.


Diese Saturnlampen haben zwar eine angenehmere Farbtemperatur, als die in Bornheim, aber eine ähnlich unwirksame Abschirmung.


Sonntag, 25. Oktober 2020

Nächtliche Impressionen aus der Leipziger Innenstadt

Am Abend des 24.10.2020 besuchten wir in Leipzig das Krystallpalast-Varieté. Weil die Show 20:00 anfing, war es schon dunkel und auf dem kurzen Weg von der Straßenbahnhaltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz zum Krystallpalast gab es einiges an Lichtverschmutzung zu "bewundern".

Diese Bäume werden von Scheinwerfern der Fassadenbeleuchtung bestrahlt. Dadurch tragen sie länger Laub, was im Winter zu Schäden führen kann.

Zusätzlich werden manche Bäume von unten durch Bodenstrahler angeleuchtet. Bodenstrahler gibt es im öffentlichen Raum Leipzig sehr viele. Manche strahlen Bäume an, andere streifen Bauwerke, viele leuchten einfach nur in den Himmel.  


Auf dem Rückweg gingen wir einen Weg durch den kleinen Park zur Haltstelle. Der Weg wird von einer blendenden Laterne außerhalb des Parks beleuchtet, deren Licht lange Schatten wirft.


Vom Park aus ist das Cityhochhaus, der ehemalige Uni-Riese, zu sehen. Das Streulicht der Fassadenbeleuchtung ist gut erkennbar. Auf dem Handyfoto sind neben Kapella auch noch schwächere Sterne des Fuhrmann sichtbar. Mit bloßem Auge ging das nicht so gut.


Die Hauptstraßen Leipzigs werden gemäß Lichtmasterplan mit der Farbtemperatur 4000 Kelvin (Neutralweiß) beleuchtet. Das hat zwar den Vorteil, dass die Farben der Autos gut wahrgenommen werden können, blendet aber stark und wird im Dunst gestreut, ist also nebelanfällig.

Links im Hintergund ist die Stadtbibliothek zu sehen. Sie wird mit Weilicht angestrahlt, wobei ein Teil des Lichts in den Himmel geht. Vorbildlich dagegen ist die neue Probsteikirche, die im Hintergrund etwas rechts von der Mitte zu sehen ist. Dort wird auf Fassadenbeleuchtung verzichtet.


Am Goerdelerring mussten wir umsteigen. Auch hier stehen die hohen Weißlichtmasten.

Eine nicht sehr treffgenaue Fassadenbeleuchtung gibt es hier auch.


 

Freitag, 2. Oktober 2020

Skybeamer zur Leipziger Kleinmesse II. Es geht noch heller.

Am vergangenen Wochenende hatte ich wegen schlechten Wetters nicht auf den Skybeamer der Kleinmesse geachtet. Heute versuchte ich wieder astronomische Beobachtungen. Wegen fast Vollmond und Cirren war das schon schwierig. Richtig nervend war ein Skybeamer, der wesetlich heller war, als der voer 14 Tagen. Er hatte sogar Farbwechsel, die mit bloßem Auge deutlich sichtbar waren.

Drei Videoschnipsel, aufgenommen mit einer Sony RX100 III aus ca 1km Entfernung