Die Earth Night fand im Jahr 2026 am 11. September statt. In Altenburg gestaltete sich die Beteiligung wegen mehrerer Feste und des 1050-jährigen Jubiläums der Stadt wegen Ressourcenmangel schwierig.
Auch die Abschaltungen waren durchwachsen. Manche Türme blieben angestrahlt. Immerhin blieb das Wahrzeichen der Stadt, die Roten Spitzen unbeleuchtet. Weil desssen Umgebung auch von der Straßenbeleuchtung nicht überbeleuchtet ist, bot sich ein prächtiger Sternnenhimmel mit aufsteigendem Pegasus.Wider den hellen Wahnsinn
Beobachtungen zum Thema Lichtverschmutzung
Freitag, 25. September 2026
Donnerstag, 16. April 2026
Nachtwanderung in Leipzig mit DARKERSKY4CE
DARKERSKY4CE ist ein internationales Projekt zur Reduzierung der Lichtverschmutzung in Mitteleuropa. Das Aufbauwerk Leipzig ist Projektpartner und veranstaltete während der Dark Sky Week ein Treffen in der Messestadt.
Projektmanager Roman Hillebrand Lauterborn fragte bei den Paten der Nacht an, ob sie eine nächtliche Gruppenführung durch die Leipziger Innenstadt machen können. Weil ich schon einmal für die GEDOK so eine Führung gemacht hatte und Leipzig nicht weit von Altenburg entfernt ist, sagte ich zu.
Treffpunkt war 21 Uhr Auerbachs Keller. Von diesem Startpunkt aus waren es nur Meter, bis die Blendwirkung der Fassadenanstrahlung des Alten Rathaus auf dem Naschmarkt "bewundert" werden konnte. Ein Beispiel von Mikrolichtverschmutzung war eine nahe Laterne, die durch Blendwirkung das Ablesen eines Wegweisers erschwert.
Ein Schwerpunkt der Lichtverschmutzung ist der Bereich um die Nikolaikirche mit Fassadenanstrahlungen und sehr hellen Bodenstrahlern.
Wegen den internationalen Zusammensetzung war die Konversationssprache Englisch. Mein Englisch ist nicht sonderlich gut. Weil Alle mit den nötigen Fachbegriffen vertraut waren und Roman Hillebrand bei Verständigungsproblemen aushelfen konnte, funktionierte die Kommunikation.
Besonders hell sind die Bodenstrahler im Bereich um die Siegessäule der friedlichen Revolution.Sehr viel Licht wird auch auf dem Augustusplatz verschwendet. An den Spiegeln der Haltestellenbeleuchtung geht viel Licht vorbei in den Himmel. Allerdings lässt sich hier auch Positives Berichten. Der Uniriese wurde früher hellblau angestrahlt. Jetzt ist nur noch eine schwache, rötliche Beleuchtung zu sehen. Bei der GEDOK-Nachtwanderung 2019 sah das noch deutlich anders aus.
Leipzig scheint ein großer Absatzmarkt für Bodenstrahler zu sein. Während man in Altenburg die Bodenstrahler der Natur überließ, die sie alle bis auf jetzt zwei zerstörte, werden sie in Leipzig gepflegt. Beliebt ist das Anstrahlen von Bäumen von unten. Das ist nicht gut für die Gewächse und kann leicht zu Frostschäden führen. Hier ein Beispiel an der Moritzbastei.
Eine dunkle Stelle im anliegenden Park faszinierte die Teilnehmenden. Jupiter und einige Sterne der Zwillinge konnten ohne Blendung gesehen werden.Die Aufhellung des Himmels setzte dem Grenzen.
Der Park endet am Leuschnerplatz. Ein Scheinwerfer zur Fassadenanstrahlung erreicht dort nur mäßigen Effekt. Große Teile des Lichts bleiben in Bäumen hängen oder gehen direkt in den Himmel.Das Neue Rathaus. Hier sieht es wesentlich besser aus als 2019. Die extrem helle Anstrahlung des Turmes ist durch eine rötlichen LED-Beleuchtung ersetzt worden. Früher sah man hier Schwerte aus Licht und dreidimensionale Schatten.
Ein Problem bereiten immer noch die Laternen. Sie sind am Boden wunderbar, weil blendungsfrei. Allerdings sind die Spiegel zu schmal und an ihnen vorbei gelangt viel Licht in den Himmel.
Über dem Torbogen sind vier Lichtpunkte am Himmel zu sehen. Einer davon ist Jupiter.
Neben der Nikolaikirche, die wegen der friedlichen Revolution ein Touristenmagnet ist, zieht die Thomaskirche Besucher*innen an, weil hier Bach gewirkt hat.Auch hier gibt es helle Fassadenanstrahlung und zahlreiche Bodenstrahler.
Wie am Leuschnerplatz gibt es eine Art Kampf zwischen Vegatation und Scheinwerfern.Gegen 22:45 endete hier die Nachtwanderung.
Dienstag, 23. Dezember 2025
Rosa-Luxemburg-Straße nach der Freigabe
Die Rosa-Luxemburg-Straße war wegen einer Baumaßnahme monatelang gesperrt. Nach der Wiederöffnung bot sich dieser Anblick. Die neue Straßenbeleuchtung ist heller und von höherer Farbtemperatur als die vorherige.
Neben dem Fußweg auf der linken Straßenseite liegt der Pauritzer Teich mit einem kleinen Park drum herum. Dort sind die Wege ausreichend beleuchtet. Angesichts der Überbeleuchtung auf der Straße entsteht eine scheinbare Dunkelzone, ein "Angstraum".Einseitige Straßenbeleuchtungen sind Gewaltlösungen. Man macht die Masten sehr hoch, damit Schatten auf der gegenüberliegenden Seite kurz gehalten werden. Damit wird viel Licht in die Fassaden geballert. Das ist ein typischer Rebound-Effekt. Weil man meint, LEDs sind effizient, verschwendet man viel Licht und damit wieder Strom. Schatten entstehen dabei trotzden. Hier sind nur niedrige Fahrzeuge zu sehen. Bei einem höheren Nutzfahrzeug entstünde ein größerer Schatten.Auf dem Fußweg der den Laternen gegenüberliegenden Seite zeigte das Instrument 19,5 Lux.Unter einer Laterne waren es 33,7 Lux. Das sind Werte, die der DIN entsprechen, aber nicht vorgeschrieben sind. Es gibt überhaupt keine Verpflichtung, Straßen zu beleuchten. Der Vollmond erreicht maximal 0,3 Lux. Dazu muss er hoch über dem Horizont stehen und der Erde nah sein, wie beim "Supermond" Anfang Dezember.
Unter der Laterne war es somit gut 100-mal heller als bei einem besonders hellem Vollmond.
Die Farbtemperatur von 3152K gilt nicht mehr als zeitgemäß. Als LED-Beleuchtungen aufkamen, ging es nur um Effizienz. Da wurden Laternen mit über 6000K aufgestellt, was schon fast blau ist. Der technische Fortschritt ist längst so weit, dass LEDs mit niedriger Farbtemperatur im Angebot sind.
Das Opple zeigte auch eine Warnung beim Flimmern. Diese Form der Lichtverschmutzung wird noch relativ wenig beachtet, auch weil die subjektive Wahrnehmung von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ist und unbewusste Effekte auftreten.
In den 90ern war ich immer auf der Jagd nach Grafikkarten, die einen schnellen RAMDAC hatten. Damit konnte man die Bildwiederholfrequenz des Röhrenbildschirms hochtreiben. Der Bildschirm musste das auch vertragen. 85 Hz fand ich noch nervend und hatte irgandwann mal etwas über 100 Hz und war entspannt. In dieser Zeit hatte ich öfters Computerprobleme bei Freunden behoben, die sich darüber wunderten, dass ich mich, sobald etwas auf dem Bildschirm zu sehen war, erstmal drum kümmerte, das Geflimmer loszuwerden. Für sie waren die Bildschirme bei 50 Hz oder 60 Hz ruhig.
Später lernte ich Menschen kennen, die von der Neurodiversität der Flickerwahrnehmung wesentlich stärker betroffen sind. Es erwischt allerdings alle. Der Film, den wir mit den Augen sehen, ist nicht so, dass wir alle Sekundenbruchteile einen Chip gleichmäßig belichten. Mit sprunghaften Augenbewegungen (Sakkaden) wird von Objekt zu Objekt gesprungen, damit zuerst die wichtigsten Elemente im Bild auftauchen. Flimmern verringert die Genauigkeit der Sakkaden und ermüdet die Augen. Kopfschmerzen sind eine Folge.
In diesem Fall flimmert die Laterne mit der doppelten Netzfrequenz. Die Risikoeinstufung beruht auf der hohen Modulationstiefe. Das ist typisch für sehr billige Treiber.
Samstag, 4. Oktober 2025
Earth Night und Mittelaltermarkt 2025
Die Roten Spitzen sind das Wahrzeichen von Altenburg. In dieser Nacht boten die Sterne des Pegasus einen Hintergrund für Fotos.
Drehte man sich um, war der Große Wagen über dem Turm der Bartholomäikirche zu sehen.Am oberen Marktrand standen die Sterne des Herkules hinter der Brüderkirche.
Die Earth Night wird in Altenburg zu einem Earth Weekend gemacht. Man lässt die Anstrahlungen gleich das gesamte Wochenende abgeschaltet.
In diesem Jahr fiel die Earth Night mit dem Mittelaltermarkt zusammen. Das hatte den Vorteil, dass solche Scheinwerfer keine Menschen blendeten und das Ambiente wirkte authentischer. Daraus entstand die Idee, künftig zum Mittelaltermarkt die Anstrahlungen zumindest am Schloss ausgeschaltet zu lassen.
Viele Gewerbetreibende übernachteten in Zelten auf dem Schloss. Manche waren froh, nicht von Scheinwerfern beim Schlaf gestört zu werden und in der Nacht vom Freitag zum Sonntag konnten sie auch die Milchstraße sehen und das mitten in der Stadt.
In der Nacht zum Sonntag hielt ich mich auch auf dem Schloss auf, um die Berichte von Milchstraßensichtungen zu überprüfen.Von einem hoch gelegenen Fenster sah es schonmal recht dunkel aus.
Leider nahm die Bewölkung zu. Über dem linken Baum ist noch ein Stück Cassiopeia zu sehen.
Die Cassiopeia neben dem Hausmannsturm. Die Bewölkung nahm weiter zu und so wurde es in dieser Nacht nichts mit der Milchstraße.Sonntag, 15. Juni 2025
Ökofete 2025
Die Ökofete ist die größte Umweltmesse in Mitteldeutschalnd und wird vom Umweltverband Ökolöwe organisiert. Vereine, Initiativen und Unternehmen zeigen dabei ihre Angebote zu einer großen Themenvielfalt.
Im Jahr 2025 fand die Ökofete am 15. Juni statt und die Paten der Nacht waren vertreten durch Volkmar Ihle, seine Frau und mich.
Die Fete begann 12 Uhr. Es ergaben sich viele Gespräche mit Besucher*innen und der Kontakt zum Umweltinstitut Leipzig ließ sich auffrischen. Leider musste die Fete gegen 16 Uhr - drei Stunden vor dem geplanten Ende - wegen einer Unwetterwarnung abgebrochen werden.
Sonntag, 23. März 2025
Licht an. Licht aus. Tour: Stadtführung zur Earth Hour
Die "Licht an. Licht aus. Tour" wurde an den Earth Nights 2023 und 2024 mit der Altenburger Tourismus GmbH und Constance Böhme als Stadtführerin durchgeführt. In Jahr 2025 wurde die Tour auch zur Earth Hour am 22. März angeboten.
Start war 19:00 am Bahnhof. Dort gibt es eine Vielfalt an sehr verschiedenen Laternen, an denen sich gut Vergleiche ziehen lassen, wie sich Masthöhe, Farbtemperatur und Abschirmung auswirken.
Das Areal um die Poliklinik in der Bachstraße und Edeka ist der Hotspot der Lichtverschmutzung in Altenburg. Blaue Lichter an der Fassade der Poliklinik strahlen wie Flakscheinwerfer in den Himmel und Parkplätze sind hell mit weißen Licht ausgeleuchtet, auch wenn dort abends längst niemand mehr parkt.
Auch die Fassadenbeleuchtung des Theaters war abgeschaltet. Das Gebäude wurde von zu hohen und seitlich nicht abgeschirmten Laternen vor dem ehemaligen Grand Hotel trotzdem hell erleuchtet.
Freitag, 14. März 2025
Veranstaltungshinweis: Licht an. Licht aus. Tour am 22.3.25
Zu den Earth Nights 2023 und 2024 fanden Nachtwanderungen mit der Altenburger Tourismus GmbH durch Altenburg statt. Dabei ging es um die Themen Beleuchtung, Lichtverschmutzung und Sternenhimmel in der Stadt.
Am 22. März 2025 wird es eine zur Earth Hour geben. Treffpunkt ist 19:00 auf dem Parkplatz vor dem Bahnhof Altenburg.
Die Earth Hour wurde 2007 vom WWF in Australien ins Leben gerufen und hat sich schnell erdweit verbreitet. An einem Sonnabend im März wird von 19:30 - 20:30 der gültigen Zeitzone alle nicht unbedingt erforderliche Beleuchtung abgeschaltet. Ziel ist, auf mögliche Energieeinsparungen hinzuweisen um den Kohlendioxidausstoß zu verringern.
Die Earth Night gibt es seit 2020. Die Idee kam von den Paten der Nacht in Europa. Sie hat sich auch schnell über den Kontinent hinaus verbreitet und findet an einem September-Freitag nahe Neumond statt. Thema ist die Lichtverschmutzung als Ursache für Artensterben und den Verlust der Nacht und des Kulturguts Sternenhimmel.
Die Themen beider Aktionen ergänzen sich.
Weil eine Förderung durch TRAFO - Modelle für Kultur im Wandel, einer Initiative der Kulturstiftung des Bundes, sowie durch die Thüringer Staatskanzlei, gewonnen werden konnte, ist die Teilnahme kostenlos. Eine Anmeldung wird für Planungszwecke trotzdem gerne gesehen. Der ursprüchliche Preis von 15 Euro entfällt.


































