Freitag, 2. Oktober 2020

Skybeamer zur Leipziger Kleinmesse II. Es geht noch heller.

Am vergangenen Wochenende hatte ich wegen schlechten Wetters nicht auf den Skybeamer der Kleinmesse geachtet. Heute versuchte ich wieder astronomische Beobachtungen. Wegen fast Vollmond und Cirren war das schon schwierig. Richtig nervend war ein Skybeamer, der wesetlich heller war, als der voer 14 Tagen. Er hatte sogar Farbwechsel, die mit bloßem Auge deutlich sichtbar waren.

Drei Videoschnipsel, aufgenommen mit einer Sony RX100 III aus ca 1km Entfernung

Montag, 21. September 2020

Hiddensee - eine dunkle Insel

Die Tage vom 6.9. bis 13.9.2020 verbrachten wir in Neuendorf auf der Ostseeinsel Hiddensee. Neuendorf ist der kleinste der drei Orte und ist außerhalb der Saison sehr ruhig. Die größeren Orte im Norden - Vitte und Kloster - erzeugen keine warnehmbare Lichtverschmutzung. Selbst der Leuchtturm von Kloster ist nur unmittelbar am Horizont zu bemerken. Im Westen gibt es nur Wasser. Im Osten liegt die größere Insel Rügen, die nur wenig Licht in den Himmel streut. Etwas stärker wirkt im Süden das Festland mit der Stadt Stralsund.

Die Ostseeinseln haben viele klare Nächte. So sind sie gute Orte, ungetrübt den Sternenhimmel zu genießen.


Am Ankunftstag war ein prächtiger Sonnenuntergang zu sehen. Kurz zuvor sah es aus, als hätte es eine gigantische Sonneneruption gegeben.

Das einzige, was etwas nervt, sind die Starßenlaternen. Die Farbtemperatur ist höher, als es auf dem Bild erscheint und es gibt keine seitliche Abschirmung.

So sehen die Laternen bei Tage aus.

Im Hafen stehen einige Laternen, bei denen das Lampenglas klar ist. Bei ihnen lässt sich erkennen, dass zwei Energiesparlampen als Leuchtmittel eingebaut sind.


Damit sind die Laternen nicht sehr hell. Sie sind eher Wegemarkierungen und man kann unmittelbar am Haus beobachten, wenn man etwas findet, was die Laterne abschattet. Wenige Meter von dieser Laterne entfernt zeigte ein SQM-L schon 21,3 mag/Quadratbogensekunde an.

Ab Dienstag ließ das Wetter erste Beobachtungen zu. Am Mittwoch störte anfangs auch der Mond nicht mehr. Gegen Ende der Beoabchtung ging der abnehmende Mond auf. Vor dem aufgehellten Himmel erschienen die Wolken pechschwarz. Ein Anblick, der in der Stadt nicht möglich ist, weil die Beleuchtung die Wolken von unten anstrahlt.

Blick in die entgegengesetzte Richtung: Die Vorderseiten der Wolken werden vom tief stehenden Mond aufgehellt. Unten sind die Wolken schwarz.

Am Donnerstag machte ich diese Aufnahme. Sie besteht aus mehreren gestackten Bildern zu 30 Sekunden Belichtungszeit bei ISO 800. Die Kamera lag dabei mit dem Objektiv nach oben auf einem Tisch. Leider machte während der Aufnahme jemand im haus das Licht an. Deshalb ist weiß das Reet-gedeckte Dach zu sehen. Der kreisförmige Fleck links unten ist ein Lichtreflex.

Dieses Bild ist wie alle anderen größer zu sehen, wenn man es anklickt.

Auf einer Einzelaufnahme vor dem Einschalten ist der Fleck nicht zu sehen.

Am Freitag kam Rauch von Waldbränden in Kalifornien über Mitteleuropa an und trübte den Himmel. Deshalb wurde der Lichtschein von Stralsund deutlicher sichtbar.

Belichtungszeit: eine Minute bei ISO 800

Mehrere dieser Bilder gestackt

Weiter oben war der Himmel noch ordentlich dunkel, nur etwas gedimmt.

Adler, Delphin und der untere Teil des Schwans

Schwan und Leier
Etwas oberhalb der Bildmitte ist der Nordamerikanebel bei Deneb, dem Hauptstern des Schwas zu sehen.
 

Sonntag, 20. September 2020

Skybeamer zur Leipziger Kleinmesse

Die Leipziger Kleinmesse ist ein traditionelles Fest mit Fahrgeschäften. Früher gab es sonnabends ein kurzes nächtliches Feuerwerk, das durch Skybeamer ersetzt wurde, die freitags und sonnabends stundenlang betrieben werden.


Am 18.9. störte der Beamer astronomische Beobachtungen stark. Die Helligkeit war nicht konstant, sondern es wurden sehr helle Pulse in den Nachthimmel gefeuert. Der Lichtstreifen war zeitweise von der abgewandten Gebäudeseite bis in Horizontnähe zu verfolgen.

Videoaufnahme vom 19.9.:

Während der Lichtwerfer am Freitag noch begrenzt Ziele im Sternbild Schwan und darunter im Bereich zwischen Bootes und Herkules beschoss, wurde am Sonnabend der gesamte Himmel bekämpft.

Freitag, 4. September 2020

4000K-Lichter in Leipzig Connewitz





Der neue Leipziger Lichtmasterplan sieht für die Straßenbeleuchtung auf Hauptstraßen die Farbtemperatur 4000K vor.

An der Eisenbahnlinie zwischen Hauptbahnhof und Connewitz wird zur Zeit nachts SEV mit Bussen gefahren. Dabei lässt sich gut beobachten, wie das Weißlicht allmählich die rötlichen Natriumdampflampen verdrängt. Auf einem Abschnitt der Bornaischen Straße nahe dem Connewitzer Kreuz ist das bereits passiert.

Das Video hat eine schlechte Qualität, weil der Bus innen hell erleuchtet war und die Scheiben das Licht spiegelten.

Montag, 17. August 2020

Ein positives Beispiel

Lichtverschmutzung im Haushalt spielt auch eine Rolle. Neben flimmernden Beleuchtungen mit Blauanteilen sorgen Anzeigen an Geräten für Probleme. In vielen Räumen stehen Geräte, an denen lästige blaue LEDs überklebt sind. Oft flimmern Displays und gehen dadurch auf die Nerven. Nicht selten ist heute die Ansicht, dass man LEDs nicht mehr ohne Flimmern betreiben kann.

Der August brachte die erste Hitzewelle des Sommers. Deshalb suchten wir nach kühlendem Gerät. Wir zogen einen Miefquirl einer Klimaanlage vor, weil kein Schlauch aus einer abgedichteten Öffnung heraushängen muss. Bei einem Miefquirl mit Querstromlüfter fiel ein schönes Display mit Temperaturanzeige auf. Rotes Licht stört die Anpassung an die Dunkelheit nicht. Außerdem wirkte das Licht sehr ruhig. Mit Zeitlupe-Videos ließ sich kein Flimmern entlocken.

Wegen der getönten Scheibe lässt sich nicht genau erkennen, was da genau verbaut ist. Möglicherweise befindet sich ein träges LCD vor einer LED-Hintergrundbeleuchtung. Die Trägheit des LCD würde das Multiplexflimmern an der Siebensegmentanzeige schlucken. Das ruhige rote Licht der Hintergrundbeleuchtung wäre dann einem wohldimensionierten Kondensator zu verdanken.

Sonntag, 2. August 2020

Straßenlaterne als Insektenfalle



Nächtliche Außenbeleuchtung ist eine von vielen Ursachen des Insektensterbens. Insekten werden vom Licht angelockt und umschwirren die Leuchte, bis sie erschöpft abstürzen oder leichte Beute für Spinnen werden. Wegen der niedrigen Farbtemperatur ist diese Leuchte dabei vergleichsweise wenig schädlich. Auf dem Video ist auch kein Flimmern zu erkennen. Kritikwürdig sind nur die große Höhe, wodurch die Lampe in Zimmer hinein scheint und die schlechte seitliche Abschirmung. Für das Hauptstraßennetz sieht der Leipziger Lichtmasterplan 4000 Kelvin vor. Das ist ein Neutralweiß, das mit seinen Blauanteilen den Himmel stark aufhellt und bei direkter Ansicht auf eine Weise blendet, dass die Anpassung des Auges an die Dunkelheit für viele Minuten gestört ist.

Das Video entstand zufällig beim Test eines Fernrohrs in der Leipziger William-Zipperer-Straße mit an das Okular gehaltener Kamera. Dadurch ist es sehr verwackelt.

Flimmernde Deckenleuchte im Bahnhof Naumburg



Den Sonnabendnachmittag hatten wir genutzt, um nach Naumburg zur Vernissage der Ausstellung von Doris Baum in der St. Moritz Kirche zu fahren. Heimwärts hatten wir auf dem Bahnhof Wartezeit. Mir fiel tagsüber(!) auf, dass Licht flimmert. Mit der Handykamera lässt sich gut feststellen, welche Lichtquelle flimmert, wenn die Bildfrequenz des Videos mit der Frequenz des Flimmerns (häufig einfache oder doppelte Netzfrequenz 50/100Hz) eine Schwebung erzeugt. Als Ursache des Flimmerns erwiesen sich die Deckenleuchten.

Das Flimmern bzw. Flicker ist eine noch verhältnismäßig wenig beachtete Facette der Lichtverschmutzung. Bei Glühlampen ist es sehr gering und bereitet keine Probleme. Bei Leuchtstoffröhren und Billigversionen der Energiesparlampen auf Gasentladungsbasis war es immer schon wahrnehmbar. Mit dem Aufkommen von LED-Beleuchtung hat die Umweltbeeinträchtigung durch Flimmern stark zugenommen, weil man sich oft nicht die Mühe macht, die Gleichspannung ausreichend zu glätten oder beim Dimmen genügend hohe Frequenzen für die Pulsweitenmodulation zu verwenden.