Donnerstag, 30. April 2020

Weißlicht im Hof wieder da

Im Beitrag vom 29.3. hatte ich von einer Verbesserung der Hofbeleuchtung durch Ausfall einer Weißlichtlampe berichtet.



Seit gestern Abend ist sie wieder hell. Glücklicherweise ist die Lampe inzwischen zugewachsen, so dass es kaum noch direkte Blendung gibt. Dafür wurde weiter links ein Leuchtmittel mit niedriger Farbtemperatur gegen ein weißes ausgetauscht.

Mittwoch, 15. April 2020

Zwei Seiten der Calvisiusstraße

In Leipzig bietet die Calvisiusstraße Gelegenheit, die Wirkung unterschiedlicher Farbtemperaturen zu erfahren.


Südwestlich der Georg-Schwarz-Straße sind kaltweiße LED-Leuchten an den Fassaden installiert. Die hohe Farbtemperatur und der schräge Abstrahlwinkel sorgen für unangenehme Blendung.


Auf einer kürzer belichteten Aufnahme ist die bläuliche Farbe besser zu erkennen.


In Richtung Nordost strahlen Natriumdampflampen. Auch diese sind an den Fassaden montiert und strahlen seitlich ab. Zur Blendung kommt des deshalb auch. Allerdings wird durch die orangene Färbung die Dunkelanpassung weniger anhaltend gestört.


Sonntag, 29. März 2020

Schattenspiele um defekte Hinterhoflampe

Auf dem ersten Bild des Posts vom 25. Januar ist eine helle weiße Hinterhoflampe in der Leipziger Paul-Küstner-Straße abgebildet. Links und rechts davon sind designgleiche Lampen zu sehen, die wesentlich schwächer und mit niedriger Farbtemperatur leuchten. Das Bild erinnert an einen mit Glühlampen bestückten Schwibbogen, bei dem eines der Birnchen plötzlich hell und weiß aufleuchtet und wenig später durchbrennt.





Der Beginn des Corona-Lockdown ging einher mit einer Serie klarer Nächte, die sich in der allgemeinen Ruhe gut nutzen ließen. Am Abend des 25. März war der Terror vorbei. Statt dessen hellen weißen Lichtscheins war an der Fassade nur der Schatten eines Baumes zu sehen. Dieser wurde wahrscheinlich durch Licht einer Straßenlaterne der William-Zipperer-Straße verursacht, das zwischen zwei Häusern hindurch vagabundierte. Hier zeigt sich auch, dass Fassadenbeleuchtung überflüssig ist.





Am nächsten Abend glimmte die Lampe weiß.




Sollte sie wieder die frühere Helligkeit erreichen, werden bald die Bäume wieder für Abdunkelung sorgen.




Die nervende direkte Blendung war nun weg. Auf die Qualität des Himmels hatte das keinen Einfluss. Ein SQM-L zeigte Werte um 19,4. Auf dem Handyfoto sind Sterne bis etwa 5m,5 zu sehen. Mit bloßem Auge waren es weniger.



Am Abend des 27. März zeigte sich ein seltsames Schattenspiel. Eine Wohnraumbeleuchtung projizierte davor hängende Gegenstände an die Fassade.

Samstag, 15. Februar 2020

Leipzig, Waldplatz bis Kolonnadenstraße

Am 13.2.2020 war ich vom Leipziger Westen unterwegs zur Kolonnadenstraße. Weil gerade keine Tram 8 fuhr, ging ich das letzte Stück ab Waldplatz zu Fuß. Auf dieser Strecke befindet sich eine Vielfalt an kleineren Lichtverschmutzungsgeräten. Gleich zu Beginn  sind die Bodenstrahler auf dem Waldplatz zu sehen, die Bäume und den Himmel von unten beleuchten und ansonsten Menschen mit Weißlicht blenden.


Ich lief die Friedrich-Ebert-Straße entlang und erreichte bald die Carl-Maria-von-Weber-Straße, die idyllisch am Elstermühlgraben liegt. Die Idylle wird durch weiße Lampen gestört, die erheblich blenden und die Fassaden anstrahlen, bestimmt nicht angenehm für Menschen, die das Schlafzimmerfenster an dieser Seite haben.
Am Himmel deutet sich schon die Weißlichthölle des Stadtzentrums an.

Eine kurzbelichtete Aufnahme aus der Nähe zeigt das Design der Leuchten. Es erinnert an einen Lampion. Während es bei einem lichtschwachen Lampion kein Problem ist, wenn Licht zur Seite abgestrahlt wird, nervt es bei hellen Leuchten. Zudem gelangt fast kein Licht dort hin, wo es hingehört: auf den Weg.
Ähnlich verhält es sich am Westplatz um das Rundhaus Käthe-Kollwitz-Straße 37 herum. Die weißen Lampen blenden nur. Der Weg wird derweil von weiter entfernten Natriumdampflampen in einem wärmeren Farbton beleuchtet.
Die Leuchte aus der Nähe. Bei sehr kurzen Belichtungszeiten - hier 1/3401s (!) - scheint die Kamera des Huawei P20 im normalen Modus einen Gelbstich zu entwickeln.
An den Rundbau schließen sich die Plattenbauten der Max-Beckmann-Straße an, die mit besonderen Lichteffekten verziert sind.
Die Straßenbeleuchtung ist als LED-Zeile am Dach angebracht. Das hat zunächst die Vorteile, dass es keine Schattenwürfe gibt und dass keine Masten im Wege stehen. Wer nach oben schaut, wird geblendet. Das Licht hat einen hohen Blauanteil.

Auch die gegenüber liegenden werden intensiv mit dem bläulichen Licht bestrahlt.
In der Kolonnadenstraße scheinen diese weißen LED-Lampen bei der Bevölkerung nicht sehr beliebt zu sein. Sie blenden und flimmern auch noch.
Menschen haben in Eigeninitiative Verbesserungen vorgenommen. Solche Einfärbungen machen aus dem grellen Licht ein angebehmeres. Bevorzugt sind warme Farbtöne, die auch nachts weniger umweltschädlich sind, wie gelb ...
... oder rot.
Auf dem Rückweg fuhr die 8 dann wieder. An der Haltstelle Westplatz "grüßten" blendende Laternen.



Man sieht direkt auf die LEDs.


In Leipzig gibt es Orte, die aussehen, als wäre dort ein immerwährender Polizeieinsatz. So eine Blaulichtflut erzeugt am Waldplatz das Gebäude, das dem Lichtverschmutzungsrivalen Käthe-Kollwitz-Straße 37 gegenüber liegt.

Montag, 3. Februar 2020

Autolicht auf Abwegen

Ein bekanntes Problem ist die starke Blendung durch kaltweiß leuchtende Autoscheinwerfer, seit Halogenlampen zunächst durch Xenonlampen und danach vor allem durch LEDs verdrängt werden. Ein Artikel dazu ist z.B. bei den Paten der Nacht zu finden.

Weniger thematisiert wird, wenn das Licht seitlich auf Abwege gerät und in den Himmel gelangt. In den oberen Etagen von Häusern bemerkt man das, wenn man beim Blick aus dem Fenster geblendet wird oder die Zimmerdecke kurzzeitig hell erstrahlt. Gut sichtbar und dokumentierbar ist diese Form der mobilen Lichtverschmutzung an gegenüberliegenden Fassaden.


Hier ist ein besonders heller Blechlemming. Die Anstrahlung der Fassade ist auffällig.


Bei diesem Wagen wurde dagegen alles richtig gemacht. Die Fassade bleibt dunkel. Außerdem erscheint das Licht in einem warmen Farbton.


Hier ist die seitliche Abschirmung ebenfalls sehr gut. Nur ist das Licht kaltweiß.


Wieder ein kontrastreicher Lichtfleck auf der Fassade.


Hier ist der Lichtfleck unscharf begrenzt. Die schrägen Schatten unter den Fenstern entstehen übrigens durch die beiden benachbarten Straßenlampen. Diese sind an den Fassaden angebracht, wodurch die Fensterbänke Schatten werfen.

Die Aufnahmen entstanden innerhalb sechs Minuten bei geringem Verkehr. Die Seitenlichter dürften kaum dazu da sein, Gefahrenstellen, wie Eiszapfen und Schneeansammlungen an bzw. auf den Dächern sichtbar zu machen. Eher dürfte es sich um Designfehler handeln. Solche Scheinwerfer enthalten außen verspiegelte Rohre, die von dahinter liegenden Lampen angestrahlt werden.

Samstag, 25. Januar 2020

Mikro und Makro

Vor wenigen Wochen wurden auf einem Grundstück in der Leipziger Paul-Küstner-Straße Bäume gestutzt.



Zum Vorschein kam eine weiße Lichtquelle, die man als Mikro-Lichtverschmutzer bezeichnen kann. Sie blendet nur in unmittelbarer Umgebung und erzeugt auch keine sichtbare Lichtglocke über den Gebäuden. Zusammen mit vielen anderen ähnlichen, schlecht abgeschirmten Lichtquellen und Hunderten Bodenstrahlern liefert sie aber einen kleinen Beitrag zur weithin sichtbaren Dunstglocke der Stadt. Hier gilt die Regel "Lokal denken - global handeln".

Über dem Dach sind die Wirkungen zweier großer (Makro-)Lichtverschmutzer zu sehen. Der blaue Schein rechts stammt von einem ca. 200 Meter entfernten Sportplatz. Nach dem Training wird das Flutlicht abgeschaltet. So wirkt diese Lichtverschmutzung nur in den frühen Abendstunden. Der gelbe Schein links daneben wird von der Red Bull Arena. Sie befindet sich in knapp 1500 Meter Entfernung. Diese Licht bleibt die ganze Nacht über eingeschaltet und soll dem Gras beim Wachsen helfen.



Eine kürzer belichtete Aufnahme zeigt das ungünstige Design der Leuchte.



Tagsüber sind die gestutzten Äste zu sehen und dahinter die Leuchte. Sie bestrahlt einen Weg zu den Hintereingängen. Dort befinden sich noch weitere Leuchten dieser Bauart, die aber wesentlich schwächeres und wärmeres Licht abgeben.
Im Laufe der Zeit werden die Bäume wieder austreiben und die Leuchte verdecken.



Der helle Schein der Red Bull Arena. Aus der Nähe sieht sie nachts so aus: https://vohla.de/verschwundene_nacht/stadion.html

Mittwoch, 22. Januar 2020

Spatzennest Altenburg


In Altenburg ist die Lichtverschmutzung allgemein noch relativ gering. Die Straßenbeleuchtung ist größtenteils mit Natriumdampflampen oder LEDs mit niedriger Farbtemperatur ausgestattet. Auch die Fassadenbeleuchtungen repräsentativer Gebäude leuchten rötlich, mit Ausnahme der am Nikolaiturm. Somit wird wenig blaues Licht in den Himmel geschickt und der Himmel bleibt einigermaßen dunkel.


Nester der Lichtverschmutzung sind Beleuchtungen, die nicht von der Stadt betrieben werden.



Das Spatzennest ist eine Kombination aus Kita und Seniorenklub in Altenburg Südost. Vor ein paar Jahren wurde ein Gebäudeteil aufgestockt. Dabei wurden die Natriumdampflampen abgeschaltet. Sie stehen heute noch wie zur Mahnung da. Als Ersatz wurden weiße Leuchten an den Wänden angebracht. Das meiste Licht wird zur Seite abgestrahlt. Das führt in Kombination mit der grellen Farbe zu einer erheblichen Blendwirkung.



Getroffen wird vor allem der gegenüberliegende Block. Am Weg, von dem aus ich die Aufnahmen machte, wurden ebenfalls die Natriumdampflampen außer Betrieb genommen. Dadurch ist der Weg ziemlich dunkel und wird nur noch schwach von vagabundierendem Licht erhellt.