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Donnerstag, 16. April 2026

Nachtwanderung in Leipzig mit DARKERSKY4CE

DARKERSKY4CE ist ein internationales Projekt zur Reduzierung der Lichtverschmutzung in Mitteleuropa. Das Aufbauwerk Leipzig ist Projektpartner und veranstaltete während der Dark Sky Week ein Treffen in der Messestadt.

Projektmanager Roman Hillebrand Lauterborn fragte bei den Paten der Nacht an, ob sie eine nächtliche Gruppenführung durch die Leipziger Innenstadt machen können. Weil ich schon einmal für die GEDOK so eine Führung gemacht hatte und Leipzig nicht weit von Altenburg entfernt ist, sagte ich zu. 

Treffpunkt war 21 Uhr Auerbachs Keller. Von diesem Startpunkt aus waren es nur Meter, bis die Blendwirkung der Fassadenanstrahlung des Alten Rathaus auf dem Naschmarkt "bewundert" werden konnte. Ein Beispiel von Mikrolichtverschmutzung war eine nahe Laterne, die durch Blendwirkung das Ablesen eines Wegweisers erschwert.


Ein Schwerpunkt der Lichtverschmutzung ist der Bereich um die Nikolaikirche mit Fassadenanstrahlungen und sehr hellen Bodenstrahlern. 

Wegen den internationalen Zusammensetzung war die Konversationssprache Englisch. Mein Englisch ist nicht sonderlich gut. Weil Alle mit den nötigen Fachbegriffen vertraut waren und Roman Hillebrand bei Verständigungsproblemen aushelfen konnte, funktionierte die Kommunikation. 

Besonders hell sind die Bodenstrahler im Bereich um die Siegessäule der friedlichen Revolution.


Sehr viel Licht wird auch auf dem Augustusplatz verschwendet. An den Spiegeln der Haltestellenbeleuchtung geht viel Licht vorbei in den Himmel. Allerdings lässt sich hier auch Positives Berichten. Der Uniriese wurde früher hellblau angestrahlt. Jetzt ist nur noch eine schwache, rötliche Beleuchtung zu sehen. Bei der GEDOK-Nachtwanderung 2019 sah das noch deutlich anders aus.

Leipzig scheint ein großer Absatzmarkt für Bodenstrahler zu sein. Während man in Altenburg die Bodenstrahler der Natur überließ, die sie alle bis auf jetzt zwei zerstörte, werden sie in Leipzig gepflegt. Beliebt ist das Anstrahlen von Bäumen von unten. Das ist nicht gut für die Gewächse und kann leicht zu Frostschäden führen. Hier ein Beispiel an der Moritzbastei.

Eine dunkle Stelle im anliegenden Park faszinierte die Teilnehmenden. Jupiter und einige Sterne der Zwillinge konnten ohne Blendung gesehen werden. 

Die Aufhellung des Himmels setzte dem Grenzen.

Der Park endet am Leuschnerplatz. Ein Scheinwerfer zur Fassadenanstrahlung erreicht dort nur mäßigen Effekt. Große Teile des Lichts bleiben in Bäumen hängen oder gehen direkt in den Himmel.

Das Neue Rathaus. Hier sieht es wesentlich besser aus als 2019. Die extrem helle Anstrahlung des Turmes ist durch eine rötlichen LED-Beleuchtung ersetzt worden. Früher sah man hier Schwerte aus Licht und dreidimensionale Schatten.

Ein Problem bereiten immer noch die Laternen. Sie sind am Boden wunderbar, weil blendungsfrei. Allerdings sind die Spiegel zu schmal und an ihnen vorbei gelangt viel Licht in den Himmel.

Über dem Torbogen sind vier Lichtpunkte am Himmel zu sehen. Einer davon ist Jupiter. 

Neben der Nikolaikirche, die wegen der friedlichen Revolution ein Touristenmagnet ist, zieht die Thomaskirche Besucher*innen an, weil hier Bach gewirkt hat. 

Auch hier gibt es helle Fassadenanstrahlung und zahlreiche Bodenstrahler. 

Wie am Leuschnerplatz gibt es eine Art Kampf zwischen Vegatation und Scheinwerfern.

Gegen 22:45 endete hier die Nachtwanderung.

Samstag, 4. Oktober 2025

Earth Night und Mittelaltermarkt 2025

Die Stadt Altenburg beteiligt sich seit Jahren an der Earth Night. Am Freitag um Neumond im September wird die Innenstadt durch Abschaltung von Fassadenbeleuchtungen abgedunkelt. Im Jahr 2025 fand die Earth Night am 19.9. statt.
Bei klarem Himmel sind dann in der Innenstadt viele Sterne zu sehen, wie hier über dem Schloss. 
 
 
Das Theater erschien auch ohne Fassadenbeleuchtung noch relativ hell. Ursache sind hohe Laternen, die viel Licht seitlich abstrahlen.
 

Die Roten Spitzen sind das Wahrzeichen von Altenburg. In dieser Nacht boten die Sterne des Pegasus einen Hintergrund für Fotos.

Drehte man sich um, war der Große Wagen über dem Turm der Bartholomäikirche zu sehen.

Am oberen Marktrand standen die Sterne des Herkules hinter der Brüderkirche.


 

Die Earth Night wird in Altenburg zu einem Earth Weekend gemacht. Man lässt die Anstrahlungen gleich das gesamte Wochenende abgeschaltet. 

In diesem Jahr fiel die Earth Night mit dem Mittelaltermarkt zusammen. Das hatte den Vorteil, dass solche Scheinwerfer keine Menschen blendeten und das Ambiente wirkte authentischer. Daraus entstand die Idee, künftig zum Mittelaltermarkt die Anstrahlungen zumindest am Schloss ausgeschaltet zu lassen.

Viele Gewerbetreibende übernachteten in Zelten auf dem Schloss. Manche waren froh, nicht von Scheinwerfern beim Schlaf gestört zu werden und in der Nacht vom Freitag zum Sonntag konnten sie auch die Milchstraße sehen und das mitten in der Stadt.

In der Nacht zum Sonntag hielt ich mich auch auf dem Schloss auf, um die Berichte von Milchstraßensichtungen zu überprüfen.Von einem hoch gelegenen Fenster sah es schonmal recht dunkel aus.

Leider nahm die Bewölkung zu. Über dem linken Baum ist noch ein Stück Cassiopeia zu sehen.

Die Cassiopeia neben dem Hausmannsturm. Die Bewölkung nahm weiter zu und so wurde es in dieser Nacht nichts mit der Milchstraße.

Sonntag, 15. Juni 2025

Ökofete 2025

 

  
Die Ökofete ist die größte Umweltmesse in Mitteldeutschalnd und wird vom Umweltverband Ökolöwe organisiert. Vereine, Initiativen und Unternehmen zeigen dabei ihre Angebote zu einer großen Themenvielfalt.

Im Jahr 2025 fand die Ökofete am 15. Juni statt und die Paten der Nacht waren vertreten durch Volkmar Ihle, seine Frau und mich.

Die Fete begann 12 Uhr. Es ergaben sich viele Gespräche mit Besucher*innen und der Kontakt zum Umweltinstitut Leipzig ließ sich auffrischen. Leider musste die Fete gegen 16 Uhr - drei Stunden vor dem geplanten Ende -  wegen einer Unwetterwarnung abgebrochen werden.

Freitag, 14. März 2025

Veranstaltungshinweis: Licht an. Licht aus. Tour am 22.3.25

 

Zu den Earth Nights 2023 und 2024 fanden Nachtwanderungen mit der Altenburger Tourismus GmbH durch Altenburg statt. Dabei ging es um die Themen Beleuchtung, Lichtverschmutzung und Sternenhimmel in der Stadt.

Am 22. März 2025 wird es eine zur Earth Hour geben. Treffpunkt ist 19:00 auf dem Parkplatz vor dem Bahnhof Altenburg. 

Die Earth Hour wurde 2007 vom WWF in Australien ins Leben gerufen und hat sich schnell erdweit verbreitet. An einem Sonnabend im März wird von 19:30 - 20:30 der gültigen Zeitzone alle nicht unbedingt erforderliche Beleuchtung abgeschaltet. Ziel ist, auf mögliche Energieeinsparungen hinzuweisen um den Kohlendioxidausstoß zu verringern.

Die Earth Night gibt es seit 2020. Die Idee kam von den Paten der Nacht in Europa. Sie hat sich auch schnell über den Kontinent hinaus verbreitet und findet an einem September-Freitag nahe Neumond statt. Thema ist die Lichtverschmutzung als Ursache für Artensterben und den Verlust der Nacht und des Kulturguts Sternenhimmel.

Die Themen beider Aktionen ergänzen sich.

Weil eine Förderung durch TRAFO - Modelle für Kultur im Wandel, einer Initiative der Kulturstiftung des Bundes, sowie durch die Thüringer Staatskanzlei, gewonnen werden konnte, ist die Teilnahme kostenlos. Eine Anmeldung wird für Planungszwecke trotzdem gerne gesehen. Der ursprüchliche Preis von 15 Euro entfällt. 




Mittwoch, 10. Januar 2024

Das zweite Halbjahr 2023

Das zweite Halbjahr 2023 en bloc:

Anfang August sendete der Berliner Gartensender Radio Datscha mehrere Tage live aus der Altenburger Gartenanlage Einheit, in der sich der Sternengarten befindet. Am 3.8. ging es in einem der Interviews um Astronomie und Lichtverschmutzung im Garten. Das Interview kann hier nachgehört werden. Das lokale Fernsehen  berichtete darüber.





Zum Naturmarkt Flora et Herba auf der Insel Frauenhain in Röderaue am 10. September hatten die Sternwarte Riesa und die Paten der Nacht einen gemeinsamen Pavillon. Bei sommerlichem Wetter kamen wir mit Menschen ins Gespräch und informierten über Lichtverschmutzung und sinnvolles Beleuchten.

Vom 8.9. bis 11.9. fand in der Leipziger Stadtbibliothek die Veranstaltungsreihe Natur braucht Nacht statt. Am 11.9. hielt ich dazu einen Übersichtsvortrag zur Lichtverschmutzung.

Am 15. September war die Earth Night. Nachdem im Jahr zuvor eine Nachtwanderung durch Altenburg zum Thema Lichtverschmutzung nicht geklappt hatte, fand sie diesmal mit professioneller Unterstützung durch die Altenburger Tourismus GmbH und Einbettung in das ProvinzGlück-Festival statt.

Am 17. Oktober gab es im Mauritianum einen Themenabend zur Lichtverschmutzung. Er begann mit einem Vortrag.

Im Anschluss gab es eine direkte Aktion. Blendende Pollerleuchten, die schon lange nervten, wurden mit Blenden versehen.


Im Herbst lief wieder eine Nachtlichter-Zählkampagne, wie im November 2021. Am 13.11. unterstützte ich dabei Steffen Liese in Leipzig.

Freitag, 23. September 2022

Impressionen von der Earth Night

Die Earth Night ist eine Aktion zur Eindämmung der Lichtverschmutzung. Dazu soll spätestens 22 Uhr alles nicht unbedingt nötige Licht abgeschaltet werden. Altenburg hatte 2021 mit der Abschaltung der Anstrahlung historischer Gebäude und Denkmäler teilgenommen. Diese Abschaltungen wurden danach beibehalten. Die neue Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung überlagert sich mit der Earth Night, weil darin auch Abschaltungen von 22 Uhr bis 16 Uhr vorgeschrieben sind. Diese betreffen neben der Anstrahlung von Gebäuden und Denkälern auch Werbebeleuchtungen. Die Stadt verzichtet jetzt ganz auf Anstrahlungen.

Wie im Vorjahr machte ich einen Stadtrundgang. Die Umsetzung an historischen Gebäuden und Denkmälern hatte im vorigen Jahr in Bildern gezeigt. Diesmal konzentrierte ich mich mehr auf Leuchtwerbung.

Am Bahnhof Center war bis kurz vor 22 Uhr noch fast alles an. Hier die Seite zum Busbahnhof.

Abgeschaltet war ein Großbildschirm. Dieser ist schon die mit Abstand hellste Lichtquelle des Ensembles. Er taucht dann das benachbarte Jobcenter in helles Licht.


Im Video mit Zeitlupe ist deutlich zu sehen, dass die Straßenlaternen und die Eingangsbeleuchtung der Western Spielhalle flimmern.

21:52 wurde schlagartig fast alles abgeschaltet.

Lediglich die Spielhalle hatte noch an. Sie hatte noch geöffnet.

An der Frontseite war alle Werbung ausgeschaltet.

Der Weg ins Stadtzentrum führt an der Poliklinik vorbei. Das blaue Licht strahlt in den Himmel. Drastisch ist das im Post vom 15. April zu sehen.

Zur Earth Night 2021 war der Rathausturm in helles, weißes Licht getaucht, obwohl die eigene Fassadenbeleuchtung abgeschaltet war. Ursache war ein heller Werbebildschirm im gegenüberliegenden Geschäft von Fielmann.

Heute war der Turm dunkel, ein gutes Zeichen.

Der Bildschirm hinter dem rechten Fenster war aus.

Beim weiteren Gang in Richtung Topfmarkt/Kornmarkt ließen Spiegelungen am Senfladen nichts Gutes erwarten.

Ein Werbebildschirm der Sparkasse war der Verursacher.

 

Auf dem Nikolaikirchhof waren die blendenden Stelen abgeschaltet.
 

Sonntag, 11. September 2022

Paten der Nacht auf der Herba et Flora

 

Am 11.9.2022 informierten die Paten der Nacht über Lichtverschmutzung und Wege zu deren Vermeidung auf der Herba et Flora auf der Insel Frauenhain (Nähe Elsterwerda). Die Herba et Flora ist der größte Naturmarkt in Sachsen.

Montag, 20. Juni 2022

Besuch bei einem Leuchtenhersteller

Reden Paten der Nacht und Leuchtenhersteller miteinander, könnte es so erscheinen, als würden Pazifist*innen mit Waffenhersteller*innen diskutieren. Das Bild stimmt nicht genau, denn die Industrie ist so weit, Leuchten anzubieten, die nachhaltig produziert werden und bei denen das Verhältnis zwischen nötigem Licht und Lichtverschmutzung günstig ist. Weil die Nachfrage inzwischen da ist, werden diese auch verkauft.

Sven Schöne hatte für heute einen Termin bei Leipziger Leuchten vereinbart. Volkmar Ihle war auch dabei. Vorab weise ich darauf hin, dass wir als Paten der Nacht keine Geschäftsbeziehungen mit Leipziger Leuchten haben und andere Unternehmen möglicherweise ähnliche Produkte anbieten.

Vorgestellt wurde uns u.a. die Leuchte "Alfons". Sie hat ein langlebiges Aluminiumguss-Gehäuse, dass unten mit einer Scheibe aus Einscheiben-Sicherheitsglas abgeschlossen ist. Hält ewig. Drinnen ist alles servicefreundlich und kann leicht ausgetauscht werden, egal, ob Treiber, LED-Platine, Linsen zur Lichtlenkung oder Lichtschotts zur Vermeidung von direkten Blendungen. Hat man sich z.B. vertan und eine zu hohe Farbtemperatur genommen (ein Fehler, der vielen Gemeinden unterlaufen ist, die sehr früh auf LED umgestellt hatten), lässt sich die Platine sekundenschnell austauschen. Die empfehlenswerten 1800K gibt es.

Der Clou ist das modular ausbaubare "Clever Light". Damit lassen sich Bewegungsmelder, RADAR, Dimmung und diverse Umweltsensoren kombinieren. Eine Grundvariante ist z.B. die Kombination aus Bewegungsmelder und vorprogrammierter Dimmung. Die Leuchte lässt sich z.B. so programmieren, dass ab 22 Uhr die Beleuchtung auf 10% reduziert wird. Weil die Helligkeitswahrnehmung logarithmisch ist, erscheint das gefühlt nur als eine Reduzierung auf ungefähr ein Drittel. Wird ein Mensch von einem Bewegungsmelder erfasst, fährt die Lampe auf z.B. 50% hoch, was von 100% fast nicht zu unterscheiden ist, und nach einer Haltezeit wieder auf 10% runter. Das bringt erhebliche Energieeinsparungen, ohne dass jemand das viele Licht vermissen dürfte. 

LED-Leuchten flimmern häufig sehr stark. Das kann zu Kopfschmerzen, Krampfanfällen, vorzeitiger Übermüdung u.a. führen. Ich hatte kein Messgerät für Flicker dabei. Meistens bekommt man das Flimmern aber gut mit der Handykamera abgebildet. Das Licht erschien bei der Alfons völlig ruhig. Weil das auch bei 7% Leistung noch funktionierte, tippe ich auf eine hohe Modulationsfrequenz.

Samstag, 2. Oktober 2021

Paten der Nacht auf dem Trödelmarkt in Riesa

In Riesa wird jährlich ein Spenden-Trödelmarkt auf der Freizeitinsel am Merzdorfer Park veranstaltet. Diesmal gingen die Einnahmen an die Sternwarte Riesa.

Dabei stellte sich die Sternwarte mit einem Infostand vor. Sven Schöne ist Mitglied bei den Paten der Nacht und so ergab sich für die Paten die Möglichkeit,einen Teil der Fläche zur Aufklärung über die Lichtverschmutzung zu nutzen.



Von den Paten waren außer Sven auch Volkmar Ihle, René Curwy und ich dabei. Volkmar hatte hatte einen Lampen-Demonstrator mitgebracht. Damit können verschiedene Farbtemperaturen und und Abschirmungen gezeigt werden. 

Wir kamen mit zahlreichen Menschen ins Gespräch und es gab interessante Diskussionen, u.a. mit einer Kommunalpolitikerin, die gegen ausufernde Lichtverschmutzung an einer nahegelegenen Schule kämpft.