DARKERSKY4CE ist ein internationales Projekt zur Reduzierung der Lichtverschmutzung in Mitteleuropa. Das Aufbauwerk Leipzig ist Projektpartner und veranstaltete während der Dark Sky Week ein Treffen in der Messestadt.
Projektmanager Roman Hillebrand fragte bei den Paten der Nacht an, ob sie eine nächtliche Gruppenführung durch die Leipziger Innenstadt machen können. Weil ich schon einmal für die GEDOK so eine Führung gemacht hatte und Leipzig nicht weit von Altenburg entfernt ist, sagte ich zu.
Treffpunkt war 21 Uhr Auerbachs Keller. Von diesem Startpunkt aus waren es nur Meter, bis die Blendwirkung der Fassadenanstrahlung des Alten Rathaus auf dem Naschmarkt "bewundert" werden konnte. Ein Beispiel von Mikrolichtverschmutzung war eine nahe Laterne, die durch Blendwirkung das Ablesen eines Wegweisers erschwert.
Ein Schwerpunkt der Lichtverschmutzung ist der Bereich um die Nikolaikirche mit Fassadenanstrahlungen und sehr hellen Bodenstrahlern.
Wegen den internationalen Zusammensetzung war die Konversationssprache Englisch. Mein Englisch ist nicht sonderlich gut. Weil Alle mit den nötigen Fachbegriffen vertraut waren und Roman Hillebrand bei Verständigungsproblemen aushelfen konnte, funktionierte die Kommunikation.
Besonders hell sind die Bodenstrahler im Bereich um die Siegessäule der friedlichen Revolution.Sehr viel Licht wird auch auf dem Augustusplatz verschwendet. An den Spiegeln der Haltestellenbeleuchtung geht viel Licht vorbei in den Himmel. Allerdings lässt sich hier auch Positives Berichten. Der Uniriese wurde früher hellblau angestrahlt. Jetzt ist nur noch eine schwache, rötliche Beleuchtung zu sehen. Bei der GEDOK-Nachtwanderung 2019 sah das noch deutlich anders aus.
Leipzig scheint ein großer Absatzmarkt für Bodenstrahler zu sein. Während man in Altenburg die Bodenstrahler der Natur überließ, die sie alle bis auf jetzt zwei zerstörte, werden sie in Leipzig gepflegt. Beliebt ist das Anstrahlen von Bäumen von unten. Das ist nicht gut für die Gewächse und kann leicht zu Frostschäden führen. Hier ein Beispiel an der Moritzbastei.
Eine dunkle Stelle im anliegenden Park faszinierte die Teilnehmenden. Jupiter und einige Sterne der Zwillinge konnten ohne Blendung gesehen werden.Die Aufhellung des Himmels setzte dem Grenzen.
Der Park endet am Leuschnerplatz. Ein Scheinwerfer zur Fassadenanstrahlung erreicht dort nur mäßigen Effekt. Große Teile des Lichts bleiben in Bäumen hängen oder gehen direkt in den Himmel.Das Neue Rathaus. Hier sieht es wesentlich besser aus als 2019. Die extrem helle Anstrahlung des Turmes ist durch eine rötlichen LED-Beleuchtung ersetzt worden. Früher sah man hier Schwerte aus Licht und dreidimensionale Schatten.
Ein Problem bereiten immer noch die Laternen. Sie sind am Boden wunderbar, weil blendungsfrei. Allerdings sind die Spiegel zu schmal und an ihnen vorbei gelangt viel Licht in den Himmel.
Über dem Torbogen sind vier Lichtpunkte am Himmel zu sehen. Einer davon ist Jupiter.
Neben der Nikolaikirche, die wegen der friedlichen Revolution ein Touristenmagnet ist, zieht die Thomaskirche Besucher*innen an, weil hier Bach gewirkt hat.Auch hier gibt es helle Fassadenanstrahlung und zahlreiche Bodenstrahler.
Wie am Leuschnerplatz gibt es eine Art Kampf zwischen Vegatation und Scheinwerfern.Gegen 22:45 endete hier die Nachtwanderung.








