Sonntag, 29. August 2021

Insektenfalle Hausnummernbeleuchtung


In Altenburg Südost werden beleuchte Hausnummernschilder verwendet, bei denen schwarze Ziffern auf weißem Hintergrund stehen. Sie geben viel Licht ab und werden so zu Fallen für Insekten.


Das größte Insekt auf dem Bild ist ein Buchsbaumzünsler. Der gilt zwar nicht unbedingt als sonderlich schützenswert, doch wie oben zu sehen, fliegen auch andere Insekten in die Falle.

Hausnummern mit schwarzen Ziffern lassen sich schlecht ablesen, weil der blendend helle Hintergrund die Ziffern überstrahlt. Helle Ziffern auf dunklem Hintergrund lassen sich dagegen besser ablesen und verursachen bedeutend weniger Lichtverschmutzung.
Ein Positivbeispiel ist die Deutsche Bahn. Sie verwendet seit Ener der 90er Jahre helle Zeichen auf dunklem Hintergrund. So lassen sich die Schilder gut ablesen und blenden nicht.
 

Donnerstag, 12. August 2021

Beleuchtung eines Fußgängerüberwegs verschlimmbessert

Der Fußgängerüberweg auf der Friesenstraße an der Kreuzung mit der Rietschelstraße in Leipzig war bis vor kurzem trotz alter Technik vorbildlich gelöst. Im Innern der Kästen mit den beleuchteten Schildern befanden sich Natriumdampflampen. Das Licht war mit dem orangenem im Vordergrund vergleichbar, nur etwas heller. Weil die Leuchtmittel tief in den Kästen versenkt waren, wurde kein Licht zur Seite abgestrahlt.

Am vergangenen Wochenende war ich zum ersten mal seit langem im Dunkeln in der Gegend unterwegs und musste ansheben, dass die gute Konstruktion bei einer Modernisierung verschlimmbessert worden ist. Nun strahlt grelles weißes Licht aus den Kästen, und das nicht nur auf den Fußweg. Auch das anliegende Wohngebäude wird bestrahlt.
Die LEDs
Man könnte der Neuerung zugute halten, dass der Zebrastreifen von Autofahrer*innen besser gesehen werden kann. Allerdings hat der Leuchtkasten mit dem Schild nun einen blendenden Streifen unten dran.
 

Samstag, 5. Juni 2021

Messübung am Westplatz und eine potenzielle Fledermaus

Für September ist ein Schulprojekt geplant, bei dem die Lichtverschmutzung in Leipzig erfasst werden soll. Eine Messübung sollte ergeben, welche Größen auf welche Weise in einem solchen Projekt realistisch gemessen werden können.

Dabei wurden mehrer Messgeräte und -methoden geprüft. 

Der Westplatz wurde ausgewählt, weil es dort einen Zoo verschiedenster Straßenlampen gibt. Die Leuchtmittel variieren von Natriumdampf bis LEDs verschiedener Farbtemperaturen. Die Höhen liegen zwischen drei und zehn Metern. Auch im Flimmerverhalten unterscheiden sich die Lampen stark.

Zum Programm gehörten die Messung von Beleuchtungsstärke (Lux), Farbtemperatur, Farbwiedergabe (Ra, CRI) und Flickerparametern, die Videoaufzeichnung von Flimmern in Zeitlupe und die qualitative Beurteilung des Lichts mit Handspektroskop. Zur Messung der Höhe wurde mangels geeigneter Messgeräte eine vereinfachte Triangulation angewendet. Bei einem Winkel von 45° ist der Abstand zur Lampe gleich der Höhe.

An zwei LED-Lampen, die nahe 12 kHz getaktet sind, wurde mit einem Fledermausdetektor geprüft, ob die Elektronik Ultraschall abgibt. Dabei war nichts nachweisbar. Allerdings waren kurzzeitig Knackgeräusche zu hören, die von einer echten Fledermaus zu kommen schienen.

 




Dienstag, 18. Mai 2021

Red Bull Arena: Probe mit Extrem-Skybeamer

Am verregneten Abend des 12.5.2021 kam ich aus Altenburg nach Leipzig und musste vor der Red Bull Arena von der Straßenbahn in einen SEV-Bus umsteigen.

Als ich schon im Bus saß, fielen mir die Strahlen von Extrem-Skybeamern über dem Stadion auf, Bevor der Bus abfuhr, machte ich noch Handyaufnahmen. Regen macht Skybeamer zwar sichtbarer, aber so etwas extremes hatte ich auch bei Regen noch nie gesehen. 

Der Zweck fiel mir nicht sofort ein. Am nächsten Abend fand das DFB-Pokalfinale statt. RB verlor 1:4. Das war nicht unbedingt so vorherzusehen. Wahrscheinlich war die Funzelei am Vorabend eine Probe für eine Siegesfeier. Ich hätte RB durchaus den Sieg gewünscht. Allerdings hat die Niederlage der Natur gut getan.

Montag, 10. Mai 2021

4000K-Festbeleuchtung für Autos im Auwald

Zur Zeit ist es wegen der Corona-Maßnahmen nach 22 Uhr nur noch erlaubt, draußen einzeln Sport zu treiben. Dabei wollte ich prüfen, wie die Lichtverhältnisse im Leipziger Auwald bei Altlindenau sind.

Auf dem Weg neben der Friesenstraße zur Hans-Driesch-Straße waren die Lichtverhältnisse angenehm. Amber-Licht drang von der Straßenbeleuchtung durch das Laub und sorgte für gedämpftes, blendungsfreies Licht.

An der Kreuzung mit der Hans-Driesch-Straße wurde es schlagartig anders. Kaltweiße Laternen leuchteten blendend hell.

Eine Festbeleuchtung für Autos. Die brauchten diese eigentlich nicht, haben sie doch eigene Scheinwerfer. Die Randstreifen sind Radwege. Der Fußweg verläuft innerhalb des Waldes auf der linken Seite. Eine Messung unter einer Laterne mit einem kalibrierten und auf Weißlicht abgeglichenem Peaktech 5086 ergab 17,6 Lux.

Das unbefestigte letzte Stück der Friesenstraße bis zu Gartenanlage Waldluft war dann völlig unbeleuchtet. Reste der Dämmerung und Skyglow sorgten noch für genügend Licht, um nicht vom Weg abzukommen.

Mein ursprüngliches Ziel war die Burgaue, um dort mit einem SQM-L die Himmelshelligkeit zu messen. Davon nahm ich Abstand, weil Cirren sich verdichteten. Auf dem Rückweg machte ich noch zwei Bilder von der Friesenstraße. Die Amber-Beleuchtung (ob Na-Dampf oder Amber-LED konnte ich nicht feststellen, weil ich kein Spektroskop dabei hatte) ist nicht so krass, wie das Weißlicht der Hans-Driesch-Straße. Sie hat aber auch den Makel, dass sie hauptsächlich eine Straße beleuchtet, die von Fahrzeugen mit eigenem Licht befahren wird.

Immerhin fällt für den Fußweg noch eine gut ausreichende Lichtmenge ab.


Messwerte unter einer Weißlichtlaterne an der Hans-Driesch-Straße, gemessen mit einem Oggle Light Master III: Die 17 Lux stimmen mit dem Peak Tech überein. Wegen der enormen Helligkeit ließ sich das Oggle einsetzen, das erst ab 10 Lux funktioniert. Die Farbtemperatur von knapp 4000K liegt über dem, was heute empfohlen wird: unter 3000K. Die LEDs flimmern mit 1,5 KHz.

Samstag, 13. März 2021

Viel Licht um eine Schule in Gera

Am 6. März waren wir im Norden von Gera, um Lichtverschmutzung zu dokumentieren. Aufgefallen war die Beleuchtung der Grundschule "Am Bieblacher Hang".

Eine Besichtigung bei Tageslicht lohnt sich immer, da dann konstruktive Deteils an den Lampen besser zu sehen sind. An der Ostfassade fielen schräg nach vorn gerichtete LED-Scheinwerfer auf. Da die Fassade noch nicht fertig ist, war der Scheinwerfer zunächst als Provisorium zu vermuten.

Weil die LEDs direkt zu sehen sind, ist eine hohe Blendwirkung zu erwarten. Unten ist der Bewegungsmelder zu sehen. Problematisch ist, dass der Bewegungsmelder am Lampengehäuse angebracht ist. Dadurch kann ist ein Ausrichten nach unten nur begrenzt möglich.

Die Hoffnung auf ein Provisorium erfüllte sich nicht. An fertig verputzten Stellen waren auch solche Scheinwerfer zu sehen.

Der Einstellwinkel aller Scheinwerfer sind ziemlich steil.

Scheinwerfer am Nordeingang

Nachts fielen zwei zuvor nicht beachtete Laternen auf. Sie sind sehr hell und die bläuliche Färbung weist auf eine hohe Farbtemperatur hin.

Das Messgerät zeigte am Boden 40,7 Lux. Ein ungewöhnlich hoher Wert.

Ein Blick in die Lampe führt zu einer anhaltenden Blendung. Die einzelnen LEDs sind zu sehen.

Eine Messung mit der App LightSpecEvo zeigt eine Farbtemperatur von ca. 4000K an. Das Handy ist nicht kalibriert. Deshalb ist der Wert nur als Schätzung zu betrachten. Das gilt auch für das Spektrum mit dem ungesunden blauen Peak. Der gegenüber der Bodenmessung deutlich höhere Wert von 85 Lux ergibt sich daraus, dass das Handy in einer Höhe von ca. zwei Metern deutlich näher an der Lampe war.
Einer der Scheinwerfer an der Ostfassade: Im blendenden Licht werfen Menschen lange Schatten. Auf der Stufe vor der Tür war es 48 Lux hell, drei Meter davor noch 17 Lux.

Der rechte Scheinwerfer an der Ostfassade brachte max. 15 Lux auf den Fußweg. Hier ist der Bewegungsmelder sehr empfindlich eingestellt. Eine bloße Fußbewegung genügte zum auslösen.

Die Beleuchtung der Fluchtwege

In etwas mehr als 100 Meter Entfernung beleuchten Amber-LEDs den Boden mit 2 Lux. Das ist völlig ausreichend und oben wird der Blick in den Sternenhimmel für Stadtverhältnisse wenig gestört. Eine SQM-Messung ergab 19,8 mag/Quadratbogensekunde.

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Ergänzung

Am 20.4.21 wurden weitere Messungen unternommen, um die Farbtemperatur und Flicker (Flimmern) mit einem Opple Light Master III zu messen. Das ist ein sehr kompaktes Gerät, das als Display das Smartphone benutzt. 

Die Werte:

Lichtmasten Südeingang:

Farbtemperatur: 4110 K
Flicker-Index 0,06; Modulationstiefe 32%; Frequenz 17 kHz

Scheinwerfer mit Bewegungsmelder Ostseite:

Farbtemperatur:5087 K
Flicker-Index 0,60; Modulationstiefe 99,5%; Frequenz 100 Hz

Quecksilberdampflampe Garagen:

Farbtemperatur: 4637 K
Flicker-Index 0,48; Modulationstiefe 99,5%; Frequenz 100 Hz

Eine Modulationstiefe von 100% bei 100 Hz bedeutet, dass das Licht bei den Nulldurchläufen der Netzwechselspannung vollständig ausgeht. Die Stromversorgung besteht aus einer Zweiwegegleichrichtung ohne Glättung durch einen Kondensator. Der Flicker-Index berücksichtigt die Kurvenform.

s. https://www.bet.de/lexikon/modulationstiefe

Freitag, 29. Januar 2021

Blau und Gelb im Dunst

Was aussieht, wie klarer Himmel in der Dämmerung ist Lichtverschmutzung bei starker Bewölkung.
Bei dunstigem Wetter ist die Lichtverschmutzung besonders auffällig, weil das Licht an den Wassertröpfchen gestreut wird. Das Bild habe ich in Leipzig an der Kreuzung Rietschelstraße/Erich-Köhn-Str. mit Blick in Richtung Red Bull Arena aufgenommen. Über den Stadion liegt eine gelbe Lichtglocke von der Rasenbeleuchtung. Drum herum leuchtet die allgemeine Dunstglocke, die immer blauer und heller wird, je mehr Natriumdampflampen durch weiße LEDs ersetzt werden.